







Kalium in Nahrungsergänzungsmitteln
Kalium wurde 1807 von Sir Humphry Davy entdeckt, der es durch Elektrolyse aus Kalilauge (KOH) isolierte. Kalium ist das siebenthäufigste Element in der Erdkruste und macht nach Gewicht bis zu 2,4 % ihrer Bestandteile aus.
Natürliche Kaliumquellen
Viele Kaliummineralien werden auf urzeitlichen See- und Meeresböden gefunden und bilden relativ umfangreiche Lagerstätten, in denen Kalium und dessen Salze leicht abgebaut werden können. In Norddeutschland entstanden vor etwa 250 Millionen Jahren während der Zechstein-Periode des oberen Perm durch Verdunstung eines flachen tropischen Meeres bis zu 1000 m starke Pottascheablagerungen.
Kalium findet sich auch in jungen Ozeanen, kommt aber im Vergleich zu Natrium nur in relativ geringen Mengen vor.
Physiologisch verfügbares Kalium ist in vielen Nahrungsmitteln vorhanden. Insbesondere unverarbeitetes Obst und Gemüse tragen einen beträchtlichen Teil zur Kaliumversorgung einer Person bei.
| Kaliumgehalt verschiedener Nahrungsmittel | ||||
| Portion | Kalium (mg) | |||
| Kartoffel, gebacken mit Schale | 1, mittelgroß | 926 | ||
| Pflaumen, getrocknet (Dörrpflaumen) | 1/2 Tasse | 637 | ||
| Rosinen | 1/2Tasse | 598 | ||
| Banane | 1, mittelgroß | 422 | ||
| Tomate | 1, mittelgroß | 292 | ||
| Sonnenblumenkerne | 1 Unze | 241 | ||
| Orange | 1, mittelgroß |
237 | ||
| Mandeln | 1 Unze | 20 | ||
Die Verarbeitung eines Nahrungsmittels, insbesondere durch Kochen, kann einen beträchtlichen Teil des Kaliums auslaugen. Dünsten oder kurzes Anbraten bewahrt höhere Mineralkonzentrationen in Nahrungsmitteln. Allgemein neigt Obst dazu, größere Mengen an Kalium zu liefern, weil es gewöhnlich unverarbeitet verzehrt wird.
Kalium und Ernährung
Vor der Entwicklung der bäuerlichen Gemeinschaften lebten die Menschen als Jäger und Sammler und ernährten sich hauptsächlich von Obst, Gemüse, Wurzeln, Samen und Nüssen sowie von beträchtlichen Mengen Fleisch. Die Versorgung der menschlichen Vorfahren mit Kalium über die Ernährung war wegen des hohen Kaliumgehalts vieler Obstsorten und Gemüse gewöhnlich mehr als ausreichend (> 200 mmol/Tag).
Dieses aus Pflanzen stammende Kalium spielt bei der Neutralisierung metabolischer nichtkarbonischer Säuren eine wichtige Rolle. Der menschliche Körper verfügt über verschiedene Mechanismen der metabolischen Säure entgegenzuwirken. Obwohl metabolische Säure teilweise direkt durch die Nieren eliminiert wird, reicht die Ausscheidung über den Urin allein nicht aus.
Kalium und Knochendichte
Der Großteil der metabolischen Säure wird durch basische Kalziumsalze im Skelett neutralisiert, das das größte Mineralienreservoir des Körpers darstellt. Vorausgesetzt, dass eine Person durch die gewohnheitsmäßige Ernährung fortlaufend Säure produziert, verlangt dieser Prozess eine dauerhafte Versorgung mit Calcium, das aus dem Skelett entnommen wird, weil die aus der Eliminierung der Säure stammenden Calciumsalze über die Nieren ausgeschieden werden.
Diese Resorption von festem Gewebe und kann zu einer verringerten Knochendichte führen, die wiederum zu Altersosteoporose beitragen kann.
Ein wirkungsvoller Säure-Basen-Regulator ist die Pufferung metabolischer nichtkarbonischer Säure mit Kaliumbicarbonat. Ein Großteil des Kaliums in Obst und Gemüse liegt als Kaliummalat und Kaliumcitrat vor. Diese Kationen werden in Bicarbonate umgewandelt, wobei noch nicht vollständig geklärt ist, welche Gewebearten dazu in der Lage sind. Das metabolische Produkt Kaliumbicarbonat kann nichtkarbonische Säure aus dem Proteinmetabolismus neutralisieren und dadurch den urinären Verlust von Kalzium aus den Knochen minimieren.
Kalium und Blutdruck
Die Regulierung des Blutdrucks hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Es ist weithin akzeptiert, dass Kalium eine Schlüsselrolle bei der Variabilität des Blutdrucks spielt, und die aktuell beobachteten Ernährungsgewohnheiten mit wenig Kalium und viel Natrium werden häufig für eine Erhöhung des Blutdrucks verantwortlich gemacht. Im Gegensatz dazu stellt eine Ernährung mit mäßig erhöhtem Kalium anscheinend keine Gefahr für gesunde Erwachsene dar. Obwohl schwere Niereninsuffizienz oder Diabetes beispielsweise Ausnahmen sind, bei denen eine erhöhte Kaliumzufuhr sorgfältig überwacht werden muss.
Da in einigen Studien ein inverses Verhältnis zwischen einer Kaliumergänzung und dem Blutdruck nachgewiesen wurde, empfehlen Autoren für betroffene Personen häufig eine professionell überwachte Ergänzungsbehandlung mit Kalium.








